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SARKOIDOSE DER NASE UND DES ÄUSSEREN OHRES - ZWEI KASUISTIKEN

C. Pistor; K. Malzabn

Die Erstmanifestation einer Sarkoidose im HNO-Bereich bzw. an der Haut ist selten und bereitet zumeist differentialdiagnostische Probleme. Eine Histologiegewinnung zur Diagnosesicherung und zur Abgrenzung gegen eine Tuberkulose ist im Hinblick auf die therapeutischen Konsequenzen anzustreben. Es wird von zwei Patienten borichtet, die Veränderungen der Nasenschleimhaut bzw. des äußeren Ohres aufwiesen. Fall 1: Eine 74jährige Patientin mit seit zwei Jahren vorbestehender behinderter Nasenatmung stellte sich primär in der Hals-Nasen-Ohrenklinik vor. Nebenbefundlich waren eine indolente rotblaue Verfärbung des linken Ohrläppchens sowie eine progrediente bilaterale Hals- und Achselymphknotenschwellung seit drei Monaten aufgefallen. Rhinoskopisch fand sich eine massive Nasenmuschelhyperplasie mit granulierter vulnerabler Oberfläche der gesamten Nasenschleimhaut. Bei der präoperativen internistischen Untersuchung imponierten thorakale und abdominale Lymphome. Es wurde eine Conchotomie bds. mit Halslymphknoten-Exstirpation li. durchgeffiührt. In beiden Präparaten ließen sich histologisch epitheloidzellige, zentral nicht nekrotisierende Granulome mit Langhansschen Riesenzellen nachweisen. Weder histologisch noch mikrobiologisch ergaben sich Hinweise auf eine Tuberkulose. Die Veränderung des linken Ohrläppchens ist in Kenntnis der Vorgeschichte als ein sogenannter Lupus pernio zu werten. Fall 2: Ein elfjähriger klinisch gesunder Junge mit einem derben schmerzlosen Knoten des linken Ohrläppchens nach armnrxstisch vorausgegangener Entzündung und Manipulation. Der subkutan gelegene Knoten wurde exstirpiert. Histologisch ergab sich eine epitheloidzellige Granulomatose mit typischen Langhansschen Riesenzellen ohne Anzeichen einer Mykobakteriose. Eine Systemmanifestation wurde nicht nachgewiesen.

Dr. Carsten Pistor, Klinikum der Philipps-Universität Marburg, Medizinisches Zentrum für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Kommiss. Leiter: Prof. Dr. E. Meyer-Breiting), Deutschhausstr. 3, D-35037 Marburg


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