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Kongressbericht 2010

81. Jahresversammlung 2010 der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.
12. Mai 2010 bis 16. Mai 2010, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden


Wissen teilen –
HNO-Kongress in Wiesbaden erfolgreich beendet

Wiesbaden, Juni 2010 – Mehr als 2 400 Teilnehmer, 845 Vorträge, 65 Fortbildungskurse: Die 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) vom 12. bis 16. Mai 2010 in Wiesbaden stieß auf große Resonanz. Zu den Schwerpunkten des Kongresses zählten etwa schonende Operationsverfahren, neue Therapien von Kopf-Hals-Tumoren oder Fortschritte beim Einsatz von Hörimplantaten.

"Angesichts der rasanten medizinischen Entwicklung müssen Ärzte zum Wohl ihrer Patienten stets auf dem neuesten Kenntnisstand bleiben", sagt Professor Dr. med. Gerhard Rettinger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie und Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik in Ulm. "Solche Treffen sind Voraussetzung für einen regelmäßigen Wissensaustausch, auch über die Fachgrenzen hinaus."

Auf dem Kongress stellten Experten Neuerungen etwa bei schonenden operativen Eingriffen vor. Schon seit Jahrzehnten nutzen Mediziner die Öffnungen der Nase, um Erkrankungen der Nasennebenhöhlen zu behandeln. Inzwischen nehmen sie über diesen Weg auch komplexe Eingriffe direkt an der Schädelbasis, oder an Augenhöhle und Sehnerv vor. So können Kopf- und Hals-Chirurgen gemeinsam mit Neurochirurgen, auch ausgedehnte Tumoren der Schädelbasis entfernen. Den Patienten erspart dies eine aufwändige Operation mit Eröffnung der Schädeldecke und Verlagerung des Gehirns.

Eine weiterer Themenschwerpunkt waren Schlafstörungen bei Kindern. Diese können durch übergroße Mandeln bedingt sein. Schnarchen ist das auffälligste Symptom. Ein bis zwei Prozent aller Kinder leiden in Deutschland an einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Die nächtlichen Atemaussetzer machen die kleinen Patienten tagsüber unruhig, trüben ihre Leistungen in der Schule und begünstigen gesundheitliche Probleme. Meistens lässt sich das Problem durch einen schonenden operativen Eingriff beheben, dessen Wirksamkeit durch Untersuchungen nachgewiesen ist.

Bei der Therapie von extremer Schwerhörigkeit bis hin zu Taubheit verwenden Mediziner zunehmend sogenannte Cochlea-Implantate. Diese Innenohrprothesen, die immer ausgeklügelter und kleiner werden, setzen HNO-Ärzte dann in die Hörschnecke ein, wenn konventionelle Hörhilfen einem Patienten kein ausreichen-des Sprachverstehen mehr ermöglichen. Zudem helfen die Implantate seit Kurzem auch einseitig ertaubten Menschen. Der Ausfall eines Ohrs stört gerade bei Kindern die Aufmerksamkeit und die Lernfähigkeit. Zudem gefährdet er die Sicherheit der Betroffenen, die etwa im Straßenverkehr Geräusche nicht mehr orten können. Untersuchungen belegen, dass Cochlea-Implantate in dem ertaubten Ohr das Richtungshören wieder ermöglichen.

"Die 2.400 Teilnehmer aus insgesamt 32 Ländern zeigen, wie groß das Interesse an neuen Entwicklungen der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ist", bilanziert Professor Rettinger. "Die hohe Forschungstätigkeit verspricht auch für die Zukunft wichtige Fortschritte."