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Pressemitteilungen 2010

Pressemitteilung zur 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.
Mittwoch, 12. Mai bis Sonntag, 16. Mai 2010, Rhein-Main-Hallen Wiesbaden


Hightech-Forschung zur Nasenfunktion:
Chirurgische Eingriffe an der Nase verbessern


Wiesbaden, März 2010 – Die Nase ist nicht nur ein Sinnesorgan, das Tausende von Gerüchen wahrnimmt. Sie ist auch ein ausgeklügeltes und leistungsstarkes Klimagerät. Sie befeuchtet, reinigt und erwärmt täglich rund 15000 Liter Atemluft, bevor diese in die Lunge gelangt. Die Nase schafft dadurch ein optimales Klima in den Atemwegen. Das zeigen Forschungsergebnisse aus dem „rhinologischen“ Klimalabor an der HNO-Universitätsklinik Ulm. Welche Folgen Verletzungen, aber auch Nasenoperationen auf die Luftströmung und Klimatisierungsfunktion in der Nase haben, erläutern Experten im Rahmen der 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC) im Mai in Wiesbaden.

Auf dem kurzen Weg vom Naseneingang zum Rachen wird die Luft bis auf 35 °C erwärmt. Das ist nahezu Körpertemperatur. Die Luftfeuchtigkeit steigt auf 90 bis 95 Prozent an. Beim Ausatmen wird wieder Wärme und Feuchte entzogen. Pro Tag passieren bis zu 15000 Liter Luft die stark durchblutete Nasenschleimhaut, die wesentlichen Anteil an der Klimatisierung hat. Gleichzeitig ist die Nase ein effektiver Partikelfilter. Stäube werden über die feuchte Schleimhaut und deren Flimmerhärchen herausgefiltert.

Wie dies auf engstem Raum möglich ist, erforscht Professor Dr. med. Jörg Lindemann von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Universität Ulm im Team in einem speziellen „rhinologischen“ Klimalabor. Weltweit existieren nur wenige Klimalabore dieser Art. Mit miniaturisierten Geräten messen die Experten Temperatur und Feuchte an verschiedenen Orten im Innern der Nase. In einer Computersimulation wird das Strömungsverhalten nachgezeichnet. Zum Einsatz kommt dabei eine Software, die auch im Flugzeugbau und in der Automobilindustrie als Windkanalsimulation verwendet wird.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Strömungsverhalten für die Klimafunktion von entscheidender Bedeutung ist”, sagt Lindemann: „Durch die Anatomie kommt es zu gezielten Turbulenzen. Sie verlangsamen den Luftstrom und verlängern den Kontakt der Luft mit der Schleimhaut.“ Erst dadurch wird die effiziente Erwärmung und Befeuchtung möglich. Verletzungen, Rauchen, aber auch Nasenoperationen können die Strömungslinien stören und die Klimatisierung stark beeinträchtigen. Professor Lindemann: „Die Folge ist eine trockene und krustige Nase.“

Um dies zu verhindern, wollen die Forscher in Zukunft vor geplanten Operationen eine Computersimulation durchführen. „Den Chirurgen soll damit die Möglichkeit gegeben werden, die Folgen des Eingriffs für Klimatisierungsfunktion und Luftströmung stärker zu berücksichtigen”, so Lindemann.

Terminhinweis
Sitzung Rhinologische Funktionen
Donnerstag, 13. Mai 2010, 8.00-13.00 Uhr — Halle 1 der Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden
- Strömungssimulation und Klimatisierung in der Nase
- Funktionen und Funktionsstörung der respiratorischen Schleimhaut der Nase und Nasennebenhöhlen
- Lebensqualität vor und nach Septum- und Rhinoplastik


Abdruck honorarfrei. Beleg erbeten an unten angegebene Adresse.

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Rückfragen/Belege bitte an:
Silke Jakobi
Thieme PR-Agentur
Medizinkommunikation Stuttgart
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart
Telefon: 0711 / 89 31 163
Telefax: 0711 / 89 31 167

Im Auftrag von:
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.
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