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Pressemitteilungen 2011

Künstliche Hörschnecke für schwerhörige Kinder
Cochlear-Implantat möglichst früh einsetzen

Bonn – Benötigen Kinder aufgrund einer Innenohrschwerhörigkeit ein Cochlear-Implantat, sollte dieses möglichst vor Vollendung des zweiten Lebensjahres eingesetzt werden. Dies zeigt eine Auswertung der Behandlungsergebnisse des Freiburger Implant-Centers im Rahmen einer Doktorarbeit. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) zeichnete den Autor für seine Erkenntnisse jetzt mit dem Dissertationspreis, dem sogenannten Plester-Preis, aus. Der Preis ist mit 3 000 Euro dotiert.

„Ein Cochlear-Implantat gehört bei hochgradig schwerhörigen oder tauben Kindern heute zum medizinischen Standard“, sagt Professor Dr. med. Roland Laszig, Past-Präsident der DGHNO KHC und. Es sei unbestritten, dass die Hörprothese Sprache und Sprachverständnis der Kinder verbessere und ihre spätere schulische und berufliche Entwicklung fördere, so der Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik in Freiburg. Unklar war bislang jedoch, in welchem Lebensalter die Operation erfolgen sollte, erläutert Preisträger Dr. med. Rainer Linus Beck, der jüngst an der Universität Freiburg zum Doktor der Medizin promoviert wurde: „Anfangs verzichteten HNO-Mediziner auf eine frühzeitige Versorgung der Kinder, da der langfristige Nutzen noch nicht ausreichend gesichert war“.

Inzwischen liegen Langzeitergebnisse vor: In seiner Dissertation wertete Beck die Hörtests von 771 Patienten aus, die an der Universität Freiburg zwischen 1993 und 2004 operiert wurden. Darunter waren 493 Kinder und Jugendliche. Kinder, die ihr Cochlear-Implantat vor Vollendung des zweiten Lebensjahres erhielten, entwickelten ein deutlich besseres Sprachverständnis. Auch im Vergleich zu Erwachsenen, die nach Spracherwerb ertaubt waren, kommunizierten die Kinder verbal besser.

Die Ergebnisse stimmen laut Beck mit den Erfahrungen anderer Zentren im In- und Ausland überein. „Alle Studien kommen zu dem Ergebnis: Je früher, desto besser“, berichtet Dr. Beck, der deshalb die Einführung eines flächendeckenden Neugeborenen-Hörscreenings in Deutschland sehr begrüßt. Diese Reihenuntersuchungen würden die Früherkennung verbessern und damit auch die Behandlungsergebnisse von frühkindlichen Innenohrstörungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) hebt in ihrer Begründung zur Preisverleihung hervor, dass Dr. Beck die weltweit größte Datenbank von mit Cochlear-Implantat-versorgten Kindern analysieren konnte, von denen viele über fünf Jahre oder länger beobachtet wurden. „Die Dissertation gibt Klinikern auf diese Weise eine fundierte Grundlage für die Entscheidung für oder gegen ein Cochlear-Implantat an die Hand“, sagt Professor Laszig. Darüber hinaus helfe sie Ärzten dabei, Eltern zukünftig noch besser über den geeigneten Zeitpunkt der Operation und das zu erwartende Rehabilitationsergebnis zu beraten. Die DGHNO KHC vergibt den Dissertationspreis seit 2001 jährlich. Sie fördert damit junge Wissenschaftler und deren Forschung in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Das Preisgeld von 3 000 Euro stellt die Plesterstiftung bereit.

Informationen zum Preis


Quelle:
Sprachverständnis bei Kindern nach Versorgung mit Cochlear Implant – Langzeitergebnisse – Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Medizinischen Doktorgrades der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau


Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.


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O Bitte informieren Sie mich kontinuierlich über aktuelle Themen der DGHNO KHC.

O Ich möchte ein Interview mit ________________führen, bitte stellen Sie einen Kontakt her.

O Bitte schicken Sie mir ein Bild vom Preisträger Dr. med. Rainer Linus Beck.

O Bitte senden Sie mir keine Informationen mehr über die DGHNO KHC.

 

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