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Sitzungsprotokoll zur Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Olfaktologie/Gustologie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie Tagungsort: Erlangen, (HS der Universitäts HNO Klinik, Waldstr. 1, 91054 Erlangen) Datum: 3.12.99, 14.00-18.00 Uhr, 4.12.99, 9.00-14.00 Uhr, Teilnehmerzahl: 40 Vorsitzender: Prof. Dr. med. K.-B. Hüttenbrink Organistaion: Prof. Dr. med. G. Kobal, PD Dr. med. S.R. Wolf Protokoll: Dr. med. Dr. med. habil. Thomas Hummel Bericht der Arbeitsgruppen ( Detailliertere Fassung des Berichtes) 1. "Standardisierung von Riech- und Schmecktests" Der bisher angewendete Screening Test (3 "reine Riechstoffe", 3 "Mischreizstoffe", "Trigeminusreizstoff", geruchlose Probe) wird allgemein als ungenügend empfunden und sollte durch ein brauchbareres Verfahren ersetzt werden. Dazu wurde aus einer Reihe verschiedener Alternativen ein aus 12 Items bestehender Identifikationstest asugewählt, der sich aus den 16 bisher zur Identifikationstestung angewendeten Stiften rekrutiert. Hummel et al. konnten hier anhand der Daten von mehr als 500 Probanden und Patienten zeigen, daß dieser Test die wesentlichen Voraussetzungen an einen Riechtest erfüllt (u.a. Darstellung geschlechts- und altersabhängiger Unterschiede, Unterschiede zwischen Anosmie, Hyposmie und Normosmie; gute Test-Retest-Reliabilität). Zum Abschluß dieser Diskussion wurde beschlossen, daß dieser "12er Test" als Screening Verfahren geeignet sei. Beim nächsten Treffen der AG Olfaktolo-gie/Gusto-logie soll nach Vorlage entsprechender Normwerte ein Beschluß zur Empfehlung dieses Screening-Tests an die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie ergehen. 2. "Epidemiologie von Riech- und Schmeckstörungen" Herr Dr. Wolf stellte einen computergestützten Fragebogen zu Riech- und Schmeck-stö-run-gen vor, der weitgehend auf der bereits vorliegenden Papierversion des Fragebogens beruht. Derzeit wird dieser Fragebogen noch weiterentwickelt. Auf die Frage, wer die mit diesem Fragebogen erhobenen Daten verwalten würde, erklärten sich Prof. Kobal sowie Dr. Hummel bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. 3. "Therapie von Riech- und Schmeckstörungen" Beim letzten Treffen der Arbeitsgruppe "Therapie von Riech- und Schmeckstörungen" wurde eine Untersuchung von möglicherweise bestehenden, kurzfristigen Wirkungen von Virostatika auf das Riechvermögen bei postviraler Anosmie ins Auge gefaßt. Für diese Untersuchung sollte, v.a. auch wegen des nicht unerheblichen finanziellen Aufwandes, im Rahmen einer "Framework 5" Studie Förderung durch die EU beantragt werden. Ein entsprechender Antrag befindet sich gerade in Vorbereitung. Parallel dazu soll beim nächsten Treffen der Arbeitsgruppe "Therapie von Riech- und Schmeckstörungen" am 4.2. in Erlangen auch ein Rahmen für die strukturierte Durchführung (Dosierung, Therapiedauer etc.) von epidemiologischen Feldbeobachtungen zur Wirksamkeit verschiedener Therapieformen bei Riech- und Schmeck-störungen erarbeitet werden, u.a. zur Wirkung von Cortisonpräparaten, Antibiotika, Virostatika, Caroverin, Zink, Trizyklische Antidepressiva oder Akupunktur. Es ist vorgesehen, diesen Rahmen bis zum nächsten Treffen der AG Olfaktologie/Gustologie soweit zu erarbeiten, daß sich möglichst viele Kliniken an der Sammlung von Daten beteiligen können. Wissenschaftliches Programm Insgesamt wurden 21 wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt, die nahezu ausnahmslos lebhaft diskutiert wurden: Detaillierte Fassung des Programms einschließlich der Kurzfassungen der Vorträge. Eine Neuentwicklung von Herrn Prof. Kobal soll aufgrund des allgemeinen Interesses hier Erwähnung finden. Mit den "Riechbonbons" wurde eine neue Variante eines olfaktorischen Identifikationstests vorgestellt. In diesem Test werden Aromen als "Bonbons", als aromatisierte Lutschtabletten angeboten. Die Aromen werden dann in einem "multiple-choice" Verfahren identifiziert. Dieser Test besteht derzeit aus 23 Items (Monosubstanzen) , die auf insgesamt 20 Items reduziert werden sollen. Sie sind von der Intensität in etwa aneinander angeglichen. Mit diesem Test kann das Riechvermögen über den retronasalen Weg analysiert werden. Zur Testung erfolgt die Identifikation der Aromen anhand einer Liste mit 4 Begriffen im "multiple forced choice" Verfahren. Außerdem werden zu jedem dieser 4 Begriffe Bilder gezeigt, so daß eine Identifizierung auch unabhängig von den schriftlich dargebotenen Begriffen erfolgen kann. Herr Kobal gab an, daß die Bonbons ausgespuckt werden sollten, sobald die Substanz identifiziert sei; spülen mit kleinen, definierten Wassermengen zwischen der Darreichung der Bonbons sei ratsam. Dieser Test sei, weil er verblistert, mit der Post verschickt und v.a. durch den Patienten selbst angewendet werden könne, sehr gut zur Untersuchung epidemiologischer Fragestellungen geeignet. Dresden, den 6. Januar 2000 |
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