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Tagung Olfaktologie und Gustologie: AbstractsErlangen, 3. - 4. Dezember 1999
19. Veränderungen der Cerarbeitung von Riecheindrücken in Abhängigkeit vom Atemzyklus Strehle G1, Di Benedetto M2, Hummel T1 1HNO Klinik, Universität Dresden; 2Department of Physical Medicine and Rehabilitation, University of Virginia, Charlottesville, Va, USA Mit der Untersuchung sollte festgestellt werden, ob sich die Verarbeitung chemosensorischer Reiz in Abhängigkeit von der Atmung ändert. An der Untersuchung, bestehend aus 4 Sitzungen, beteiligten sich 40 gesunde Probanden mit normaler Riechfunktion (20 Frauen, 20 Männer, Altersbereich 19-39 Jahre, mittleres Alter 23 Jahre). In der ersten "Trainingssitzung" wurden die Probanden mit der Versuchs-situation vertraut gemacht. Im besonderen erlernten sie hier eine bestimmte Atemtechnik, den sog. velopharyngealen Verschluß, mit dessen Hilfe eine reine Mundatmung möglich ist, ohne daß Atemluft durch die Nase strömt. In jeder der 3 folgenden, an jeweils verschiedenen Tagen stattfindenden Sitzungen wurde jeweils einer der drei Reize verwendet, nämlich Phenylethylalkohol (PEA; 25% v/v), Schwefelwasserstoff (H2S; 2 ppm), oder der trigeminale Reizstoff CO2 (50% v/v). Die Abfolge, in der die 3 Substanzen verwendet wurden, war über alle Probanden randomisiert. Chemosensorisch evoziert4e Potentiale (EP) wurden ach Reizung mit jeweils 80 Reizen ermittelt (Interstimulus Intervall ca. 30 s, Reizdauer 200 ms; Ableitepositionen F3, F4, C3, C4, P3, P4, und Fp2). Die Probanden bewerteten nach jedem Reiz die Intensität mithilfe einer computerisierten visuellen Analogskala. Die Atmung wurde über einen Thermistor vor dem Mund der Probanden aufgezeichnet. Die Reizung erfolgte zunächst unabhängig von der Atemphase der Probanden; Off-Line wurde die Mittelung dann durchgeführt, je nachdem ob die Reizung in eine Phase der Einatmung oder der Ausatmung fiel. Im Durchschnitt wurden die trigeminalen CO2-Reize am stärksten bewertet (F[2, 50]=1.28, p=0.29), signifikante Unterschiede in Abhängigkeit vom Atemzyklus zeigten sich allerdings nicht (F[2,68]>2.61, p>0.097). Im Gegensatz dazu waren die olfaktorischen EP nach Reizung mit PEA größer nach Reizdarbietung in der Einatmunsgphase (Amplitude N1: F[1,38]=4.96, p=0.032; Amplitude P1N1: F[1,38]=4.40, p=0.043; Amplitude N1P3[1,38]=10.1, p=0.003), und auch die Antworten auf H2S zeigten tendenziell bei Einatmung größere Amplituden (Amplitude N1: F[1,35]=3.97, p=0.054). Die Amplituden nach Reizung mit CO2 waren ebenfalls größer bei Einatmung im Vergleich zu den Antworten bei Ausatmung (Amplitude N1: F[1,37]=6.94, p=0.012). Im allgemeinen waren die Unterschiede in Abhängigkeit von der Atemphase stärker bei den frühen als bei den späten EP-Komponenten ausgeprägt. Die Latenzzeiten der EP wurden durch die Atemphase nicht signifikant beeinflußt. Diese Daten deuteten auf elektrophysiologischer Ebene darauf hin, daß im Rahmen des respiratorischen Zyklus eine Bahnung der Riechempfindungen stattfindet. |
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