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Tagung Olfaktologie und Gustologie: AbstractsErlangen, 3. - 4. Dezember 1999
14. Beurteilungsfaktoren der Begutachtung von Riech- und Schmeckstörungen ehemals Exponierter der Chemischen Industrie Seeber H, Schmidt E, Suren C HNO-Klinik Dessau Die Spätfolgen inhalativer Schadstoffe wie Phosphor, Kalkstickstoff, Karbid, Harnstoff, Ruß, Chrom, Schweißrauche auf die Nasenschleimhäute und die chemischen Sinne wurde nach 10jähriger Schadstoffkarenz an 53 ehemals Exponierten (Gruppe II) untersucht. Zugrunde lagen Erstuntersuchungen derselben Probanden (Gruppe I) vor 25 bis 15 Jahren. Alle Probanden rauchten oder haben geraucht. Die Ergebnisse wurden mit denen einer Kontrollgruppe (Gruppe III), bestehend aus 50 Nichtexponierten, etwa gleichen Alters, verglichen. Die Untersuchungstechniken der chemischen Sinne beider Untersuchungen glichen einander, die Nasenschleimhäute wurden klinisch und zytologisch beurteilt. Im Vergleich zur Erstuntersuchung soll festgestellt werden, ob die Art des Schadstoffes, die Expositionsstärke und - dauer, das Rauchen, die Nasenschleimhautbeschaffenheit und das Alter das Riech- und Schmeckvermögen beeinflussen. Die Riechstoffe wurden von allen 3 Gruppen gleich schlecht wahrgenommen. Die Gruppe III erkannte Mischreizstoffe signifikant besser, die Gruppe I nahm Trigeminusreizstoffe schlechter wahr. Statistisch waren die Expositionsdauer und -stärke von Einfluß auf die pathologisch veränderten Nasenschleimhäute, wie schon bei der Erstuntersuchung. Auch eine Altersabhängigkeit der Zunahme der pathologischen Veränderung der Nasenschleimhäute konnte nachgewiesen werden Wie bei der Erstuntersuchung unterlag die Wahrnehmung der reinen Riechstoffe der Stärke der Exposition, d.h. mit ansteigender Exposition resultiert ein bleibender Riechverlust Die Gruppe I wies ein signifikantes Defizit der Trigeminusreizwahrnehmung aus, das sich bei der Nachuntersuchung (Gruppe II) statistisch nicht mehr sichern ließ. Zusammenfassung: Bei ehemals Exponierten beeinflussen die Expositionsdauer und -stärke, die pathologischen Nasenschleimhautveränderungen die Wahrnehmung der Riechstoffe, zusätzlich beeinflussen das Rauchen und das Alter der Probanden die Riechstoffwahrnehmung, wobei das Schmecken durch die genannten Faktoren statistisch nicht beeinträchtigt wird. |
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