Tagung Olfaktologie und Gustologie: Abstracts

Erlangen, 3. - 4. Dezember 1999






10. Postoperative olfaktorische Funktion nach intrcraniellem Aneurysmaclipping



Welge-Lüssen A, Wolfensberger M
HNO Klinik, Universität Basel


Postoperative Riechstörung nach Clipping eines Aneurysmas der A. carotis interna bzw. der A. cerebri anterior sind - sofern der N. olfactorius präparationsbedingt durchtrennt wird - zu erwarten. Unklar ist jedoch bislang die Funktion bei intaktem Nerv. Wir haben 4 Patienten mit entsprechenden Aneurysmen, die sich alle durch eine Subarachnoidalblutung manifestierten, olfaktorisch mittels Sniffin'Sticks® Testbatterie untersucht. Bei allen Patienten wurde ein pterionaler Zugang gewählt und intraoperativ der N. olfactorius visualisiert und anatomisch intakt belassen. Es handelte sich um drei Frauen und einen Mann im Alter von 43-68 Jahren. Zwei Patienten konnten präoperativ untersucht werden, alle Patienten wurden zweimalig postoperativ untersucht, die erste Untersuchung fand zwischen Tag 10-18 postoperativ statt, die zweite 16 Monate postoperativ. Neben der olfaktorischen Untersuchung erfolgte stets eine subjektive Beurteilung des Riechvermögens mittels visueller Analogskala und eine Nasenendoskopie. Bei allen Patienten zeigte sich direkt postoperativ eine auch 16 Monate postoperativ persistierende, der operierten Seite entsprechende, einseitige Anosmie. Der mittlere SDI Score der operierten Seite betrug 13.5 im Vergleich zu 24.5 auf der gesunden Seite. Eine subjektive Beeinträchtigung ist nicht vorhanden, die Patienten empfinden ihr Geruchsvermögen als normal. Durch den Operationszugang ist trotz anatomischer Intaktheit des N. olfactorius mit einem postoperativen Funktionsverlust zu rechnen, der auch 16 Monate postoperativ unverändert nachweisbar ist. Bei vorbestehender Geruchsstörung auf der Gegenseite kann somit eine komplette Anosmie Folge des einseitigen Aneurysmaclippings sein.

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