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Tagung Olfaktologie und Gustologie: AbstractsErlangen, 3. - 4. Dezember 1999
9. Behandlung von nicht-konduktiven Riechstörungen mit dem NMDA-Antagonisten Caroverin Quint C1, Temmel AFP1, Hummel T2, Ehrenberger K1 1HNO-Univ. Klinik, Universität Wien, 2HNO Klinik, Universität Dresden Die Behandlung von nicht-konduktiven Riechstörungen ist noch immer ein ungelöstes Problem. Es hat viele verschiedene Therapieansätze gegeben, aber keiner hat sich als wirkungsvoll herausgestellt. Bestimmte Störungen des olfaktorischen Systems könnten durch Unregelmäßigkeiten auf der Ebene der Neurotransmitter verursacht sein. Glutamat ist der wichtigste Neurotransmitter in der Signalübertragung von olfaktorischen Rezeptorneuronen zu den Mitralzellen im Bulbus olfactorius. Es ist bekannt, daß dieser Neurotransmitter bei vermehrter Ausschüttung neurotoxische Eigenschaften hat. Diese Neurotoxizität wird über NMDA- und non-NMDA-Rezeptoren, die in nahezu jeder exzitatorischen Synapse im olfaktorischen System lokalisiert sind, vermittelt. Kalziumioneneinstrom spielt in der Ätiologie der Glutamat-induzierten Zytotoxizität eine bedeutende Rolle. Diese Glutamatrezeptor-vermittelten Neurotoxizität wird in pathologischen Bedingungen wie Ischämie, Hypoglykämie, Anoxie und bei Verletzungen als bedeutsam angesehen. Wir vermuten ähnliche Bedingungen bei nicht-konduktiven Störungen des Geruchsinns. Das Quinoxalin-Derivat Caroverin wirkt als ein spezifischer, reversibler Antagonist an Glutamatrezeptorsubtypen und bindet zusätzliche freie Radikale. Aus diesen Gründen erfüllt Caroverin alle Vorbedingungen für eine erfolgreiche neuroprotektive Wirkung. Noch bedeutsamer mag sein, daß NMDA-Rezeptor-Antagonisten zu einer reduzierten Feedback-Hemmung im Bulbus olfactorius führen könnten.Basierend auf diesen Hypothesen, haben wir im Rahmen einr Phase II-Studie, die von der Ethikkommission der medizinischen Fakultät der Universität Wien befürwortet wurde, Caroverin in der Therapie von nicht-konduktiven Riechstörungen getestet. 47 Patienten mit nicht-respiratorischen Störungen des Geruchsinnes erhielten Caroverin in einer Dosis von 120 mg pro Tag, einen Monat hindurch. Einer Kontrollgruppe wurde Zinksulfat in einer Dosierung von 400 mg pro Tag, ebenfalls einen Monat hindurch, verabreicht.Die psychophysische Riechprüfung vor und nach der Behandlung wurde mit den "Sniffin´ Sticks" durchgeführt. Dieser Riechtest setzt sich aus einer Prüfung der Riechschwelle, des Diskriminationsvermögens und des Identifikationsvermögens für Riechstoffe zusammen. Caroverin verbesserte signifikant sowohl die Riechschwelle (F[1,42]=8.22, p=0.006) als auch das Identifikationsvermögen für Riechstoffe (F[1,14]=5.03, p=0.042). Im Gegensatz dazu hatte die Gabe von Zinksulfat keinen signifikanten Effekt auf das Riechvermögen. Diese Resultate rechtfertigen eine nachfolgende doppeltblinde, randomisierte, multizentrische Phase III-Studie, mit dem Ziel, diesen von uns festgestellten Effekt von Caroverin in der Behandlung nicht-konduktiver Riechstörungen zu bestätigen. |
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