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5. Jahrestagung

der Deutschen Akademie für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
27. und 28. Mai 2006
Congress Center Rosengarten Mannheim



Abstracts zum Kursprogramm

Samstag, 27. Mai 2006
Variohalle 4

15.00 – 15.45 Uhr

Kurs 22
Chronische sekretorische Otitis media

Kursleiter:
M. Tos, Kopenhagen/Dänemark

Die sekretorische Otitis mit Erguss bei intaktem Trommelfell ist die häufigste Krankheit in der Otologie. Während der letzten 40 Jahre wurden viele Aspekte dieser Erkrankung erforscht; diese Ergebnisse werden hier summarisch präsentiert.
Kohorten von gesunden Kindern wurden von der Geburt bis zum 16. Lebensjahr wiederholt mit Tympanometrien und Otomikroskopien untersucht. Bei jeder Tympanometrie wurde bei 1-5 Jahre alten Kindern eine Prävalenz der sekretorischen Otitis von 14-18% im Winter und von 7% - 10% in Sommer gefunden. Nach dem fünften Lebensjahr fällt die Prävalenz. Die Inzidenz ist groß und 50% aller Ohren haben während den ersten 3 Jahren und 80% während den ersten 5 Jahren mindestens bei einer Untersuchung eine sekretorische Otitis gezeigt. Hinsichtlich der Pathogenese der Erkrankung konnte gezeigt werden, dass bei der Infektion der Schleimhaut der Tube und des Mittelohres muköse Drüsen gebildet werden und die Anzahl der Becherzellen um ein Mehrfaches erhöht wird. Die Schleimproduktion nimmt dadurch zu. Bei Besserung der Erkrankung normalisiert sich die Schleimhaut und die neu gebildeten Drüsen degenerieren. Die Paukendrainage hat sich als eine effektive Behandlung gezeigt, die aber eine Tympanosklerose des Trommelfells verursachen kann. Wegen der hohen Chance spontaner Besserung sollte mit einer chirurgischen Behandlung mindestens 3 Monate gewartet werden. Die häufig gefundenen Drüsen in der "normalen“ Schleimhaut und die schlechte Pneumatisation sowie Spätveränderungen des Trommelfells sind Folgen der sekretorischen Otitis. Atrophie, Tympanosklerose, Retraktion wurden in unseren Kohorten in 20% der Ohren gefunden. Einige Retraktionen werden Progredienz zeigen, was zum Cholesteatom oder Adhäsivprozeß führt. Die wichtigen Relationen zwischen der sekretorischen Otitis und der chronischen Mittelohrentzündung mit oder ohne Cholesteatom werden diskutiert.

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* Kurs zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung

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