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4. Jahrestagung

der Deutschen Akademie für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
7. und 8. Mai 2005, MesseCongressCenter Erfurt



Abstracts zum Kursprogramm

Sonntag, 8. Mai 2005
Raum H. Erhardt (links)

9.00-9.45 Uhr

Kurs 68:
Die intratympanale Gentamicintherapie des Morbus Menière. Indikationen und Therapiekonzept

Kursleiter:
G. Lange, H. Gouveris, O. Solivanova, W. Mann, Mainz

Rückblick auf mehr als 25 Jahre Erfahrung. Ausgenutzt wird die vorwiegend vestibulotoxische Wirkung des Aminoglykosids Gentamicin. Dieses hat den Vorteil, in standardisierter Konzentration (1 ml = 40 mg) zur Verfügung zu stehen. Schleimhautreizungen im Mittelohr sind bei intervallmäßiger Anwendung nicht zu erwarten (pH = 4,5). Sehr wichtig ist bei der Gentamicin-Therapie die Art der Applikation. Wir bevorzugen die Injektion des Medikamentes transtympanal in das Mittelohr. Dabei hat sich die neue Intervalltechnik seit 1997 sehr bewährt. Sie vermeidet die cochleotoxisch wirkende Akkumulation des Gentamicin im Innenohr, zugleich bewirkt sie die erwünschte Funktionsminderung der vestibulären Innenohranteile. – In unserem Krankengut (78 Fälle) konnten die schweren Schwindelanfälle bei 95 % der Patienten beherrscht werden. Tinnitus und Ohrdruck wurden geheilt oder besserten sich in der Hälfte der davon betroffenen Fälle. Die gefürchteten schweren Hörverluste traten nicht auf! – Die intratympanale Gentamicintherapie hat heute das Ziel zum einen die Schwindelanfälle zu beherrschen, zum anderen aber das Gehör zu schonen. Der Beginn der Gentamicinwirkung auf das Innenohr muss deshalb auf jeden Fall erkannt werden. Es ist deshalb wichtig, vor jeder Gentamicininstillation den Grad der evtl. schon eingetretenen Intoxikation zu erkennen und deshalb alle Innenohrfunktionen zu testen. Schon der geringste Hinweis auf eine beginnende Gentamicinschädigung (Nystagmus, Unsicherheit) zeigt den beginnenden Therapieerfolg an und verbietet weitere Gentamicingaben. In 50 % der Fälle ist das schon nach einer (!) Injektion der Fall (Ein-Schuß-Therapie). – Wir empfehlen die intratympanale Gentamicintherapie heute schon bei ausgesuchten, schweren Frühfällen der Menière-Krankheit, um krankheitsbedingte Hörverlust gar nicht erst entstehen zu lassen.

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* Kurs zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung

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